Es war eine sternklare Nacht im Januar. Man schrieb das Jahr 1965, als ich in meinem Elternhaus um 01.25 Uhr das Licht der Welt erblickte.

Robertino


Meine Mutter hatte angeblich ihren Kampf mit mir gehabt. Ich soll angeblich ein dicker Brocken gewesen sein und auch damals schon ziemlich groß.

Robertino


Im zarten Alter von fünf Jahren durfte ich das erste Mal mit meinen Eltern zum Flugplatzrennen nach Mainz-Finthen fahren. Mein Vater besaß zu dieser Zeit ein Heckflossen-Mercedes mit dem er Rundstreckenrennen fuhr.

Robertino


Und so kam es, wie es kommen mußte: Ich schnupperte das erste Mal richtige Motorsportluft. Nach einigen Achtungserfolgen mit verschiedenen Tourenwagen (Heckflossenbenz, Ford Escort, Glas und NSU TT) kaufte sich mein Vater seinen ersten Alfa Romeo. Das war eine Berlina 1750.

Man schrieb mittlerweile das Jahr 1976 und es stand der Kauf eines Monoposto an. Es war ein Formel Super Vau mit damals 1600 ccm und ca. 140 PS. Nun galt es, dieses Fahrzeug immer für die einzelnen Rennen technisch optimal vorzubereiten. Das Fahrzeug wurde ausschließlich von meinem Vater, Heinrich Henry Clever, und von mir betreut.

Robertino


Dann kam auch mal die Berlina dran: Einbau eines 2-Liter Motors und eine 1300'er Hinterachse (aber nur, weil mein alter Herr eine sogenannte Gleichmäßigkeitsprüfung auf der damaligen Nürburgring-Südschleife fahren wollte - und was soll ich sagen, er gewann natürlich diese Veranstaltung!

Nun hatte die Berlina nach weiteren zwei Jahren doch erhebliches Eisenoxid angesetzt, was ich gar nicht verstehen kann... Wir schauten uns nun nach einem Ersatzfahrzeug um und siehe da, wir kauften eine Alfetta 1,6 Liter Serie mit Motorschaden. Das war ein gefundenes Fressen für uns. Ich war mittlerweile nach der Schule nicht mehr mit meinen Kumpels zusammen, sondern schraubte mit meinem Vater in der Garage. Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, daß Alfa Romeo einfach ein geniales Triebwerk in der Produktion hatte. Wir überholten das Triebwerk, erhöhten gleich noch die Verdichtung, setzten noch zwei scharfe Nockenwellen von Autodelta ein und bearbeiteten noch die Ein- und Auslaßkanäle. Tja, was soll ich sagen, die Alfetta wurde zum Golf GTI Killer.

Im Jahre 1978 wurde ein anderer Formel Super Vau fällig. Diesmal wurde ein komplettes Paket gekauft: Renntransporter, Formel Super Vau (Kaimann) - ab jetzt mit wassergekühltem Golfmotor, wobei nur der Block und der Kopf im Urzustand vom Golf waren, alles andere waren Spezialanfertigungen. Hinzu kam noch ein Wohnwagen als Übernachtungsmöglichkeit, wenn wir auf Rennen waren. Wir stiegen richtig auf.

Robertino


Im Jahre 1980 wurde der Formel Super Vau (Kaimann) verkauft und nun aus der englischen Monopostoschmiede March einen Formel Super Vau gekauft. Nun wurde als Basis das komplette Fahrzeug zerlegt und überholt, dabei sofort technisch weiterentwickelt. Somit hatten wir ein Rennwagen auf die Beine gestellt, womit wir nun die Europameisterschaften mitfuhren. Was soll ich sagen, wir belegten Platz Nr. 4 in der Meisterschaft. Gemessen an unserem finanziellen Budget war das eine hervorragende Leistung.

Im Jahre 1982 - ich war 17 Jahre jung - hatten wir dieses Auto auf die Bergrennen so abgestimmt, daß wir alle Läufe gewannen - bis auf einen zweiten Platz. Zum Saisonende wurde dieses Fahrzeug verkauft. Im Jahre 1983 mußte nun ein anderes Fahrzeug her. Wir suchten und fanden einen March 813 Formel 3. Mit diesem Fahrzeug machten wir das gleiche wie mit allen anderen: Wir bauten es komplett neu auf und fuhren teilweise in der Deutschen Formel 3 die Meisterschaft und teilweise die Deutsche Bergmeisterschaft.

Robertino


Zum Saisonende hin beendeten wir die Motorsportgeschichte. Es war ein sehr schwerer Abschied. Doch am 3. März 1983 war es endlich so weit und ich bestand die Führerscheinprüfung. Tja, wie soll ich es sagen, mein erstes Auto war natürlich ein Alfa Romeo. Eine Giulietta 1,6 Liter in grün-metallic. Nun fuhr ich voller Stolz dieses italienische Feintriebwerk durch die Lande, als mir die Idee kam, einen 2,0 Litermotor einzubauen. Gesagt, getan, ich schaute bei uns in der Garage nach und fand einen überholungsbedüftigen Motor, zerlegte und überholte ihn, verpaßte ihm noch einen Satz scharfe Nockenwellen, änderte noch die Düsenbestückung der Webervergaser und ärgerte nun die Golf- sowie Manta-Fahrer. Es machte höllisch Spaß.

Dann kam die Bundeswehr und ich mußte mich von meiner Guilietta trennen. Nach der Bundeswehr bewarb ich mich bei einem Alfa Händler als KFZ-Mechaniker und schraubte mit Begeisterung den ganzen Tag an den italienischen Autos herum. Es dauerte genau vier Wochen und ich hatte wieder einen Alfa Romeo gekauft. Es war eine Alfetta 2,0 der zweiten Serie. Das Spiel ging wieder von vorne los: Motor überholen, tieferlegen, AR Aluräder (von der Zender Guilietta) montieren, Koni´s einbauen und die Scheibenwischer umgebaut auf Einarmwischer! Das war deutschlandweit die einzige Alfetta mit Einarmwischer!

Robertino


Danach folgten: AR 75 2,0 Twin-Spark, AR 75 2,5 V6 sowie AR 75 3,0 QV. An dem 3,0 Liter betrieb ich wieder richtigen Aufwand: Fächerkrümmer, Sportendtopf Marke Eigenbau, geänderter Chip für das Motormanagement, tiefergelegt, Koni´s gelb, und Aluräder 7x15 mit 205/50R15 an der Vorderachse und 225/50R15 an der Hinterachse. Das Triebwerk hatte dann gesunde 202 PS.

Jahre später hatte ich einen AR 164 3,0 QV sowie einen AR Spider in gelb und einen Cinquecento Sporting ebenfalls in gelb. Ich muß an dieser Stelle nicht erwähnen, daß sich keines dieser Fahrzeuge im Serienzustand befand.

Robertino


So, nun habt Ihr einen kleinen Einblick in das verrückte Leben eines KFZ-Meisters bekommen, dem nachgesagt wird, er hätte die Leidenschaft und die Muse, die unbedingt nötig sei, um einen Alfa Romeo richtig zu verstehen. Nachstehend noch ein paar Informationen über meine Ausbildung, Weiterbildung und Tätigkeiten.

Ausbildung

1983 - 1985
KFZ-Mechaniker bei der Firma Volvo Günther, Gelnhausen

1985 - 1986
Grundwehrdienst, spezifiziert auf die Motoreninstandsetzung, Hildesheim

1990 - 1991
Ausbildung zum KFZ-Mechaniker-Meister,
Teil 1 + 2, Marburg, Teil 3 + 4, Frankfurt am Main


Weiterbildung

1996
KFZ-Sachverständiger

1996
Fahrerlehrgang Hockenheim (Alfaclub)

1997
Fahrerlehrgang in Most (CZ) Ferrariclub

1998
Einsteigerkurs Scuola Sportiva in Sembach


Berufliche Tätigkeit

1987 - 1990
KFZ-Mechaniker bei der Firma Auto Semmel, Langenselbold

1991 - 1993
KFZ-Mechaniker-Meister im Autohaus Rauch (Alfa Romeo Exclusivhändler), Bad Vilbel

1994
Werkstattleiter und mitarbeitender KFZ-Mechanikermeister im Autohaus-Semmel (Alfa Romeo Vertragshändler), Langenselbold

1998
Seminarleiter mit Fachrichtung Tuninggutachten für die Firma SKN, Nettetal


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